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"Montag, 11:00 - nachdem wir den Vormittag damit verbracht haben unsere Ausrüstung zu komplettieren, die Pferde gesattelt und bepackt sind, starten wir ausgeruht und voll gespannter Erwartungen. Die ersten Kilometer führen uns durch die an Ban Ton Kok angrenzenden Dörfer. Die hier lebenden Thais sind vom Tourismus und der westlichen Zivilisation, von Autos und Mopeds abgesehen, noch weitestgehend verschont. Ihre Freundlichkeit, ihr Zuwinken, Grüssen und Lächeln ist ein wunderbarer Auftakt der Tour. Nach 30 Minuten haben wir die Siedlungen hinter uns und es geht am Fuße der das Phraotal umschließenden Berge auf einem unbefestigten Fahrweg zur "Doi Farang Bungalowanlage", wo uns ein kühler Drink eine willkommene Erfrischung nach der ersten Reitstunde ist. Die erste wirkliche Anstrengung folgt. Wir haben ca. 800 m Höhenunterschied zu überwinden, was die Pferde und auch uns ins Schwitzen bringt. Durch Teakholzwälder klettern wir auf 1400 m. Immer wieder geben Lichtungen den Blick auf das herrliche, fruchtbare Phraotal frei. Unter uns am Talrand liegt ein See, leider zu weit entfernt um Reinzuspringen. 1 Stunde später haben wir den Kamm auf Serpentinen mit teilweise atemberaubenden Steigungen bezwungen und rasten in einem Bambuswäldchen, das uns Schatten bietet und wo wir an einem kleinen Bach die Pferde tränken und uns abkühlen können. Über schmale Pfade, die von den Bergstämmen mühsam angelegt wurden um ihre Terrassenfelder an den Hängen zu erreichen, ihre Gemüseernte zum Verkauf in die Täler zu bringen sowie von Zeit zu Zeit auch Opium , welches hier tief in den Bergen noch immer angebaut wird, zu transportieren, ziehen wir weiter Richtung Nord-Nordost. Dschungel und Berge werden dichter. Unnachahmige Wildnisklänge, die einen Hauch Mystik vermitteln begleiten uns. Trotz Wärme und Anstrengung genießen wir die Schönheit der Natur, bewundern wir die berauschende Vielfalt - die immer wieder in unendlicher Anzahl neu erstrahlenden Farbtöne, die durchs Blätterdach , einem Nieselregen gleichend fallenden Sonnenstahlen, ein Lichtspiel in ständiger Veränderung. Gegen 3 Uhr nachmittags treffen wir in der an einem Flusslauf gelegenen 1. Bergstammsiedlung ein und erreichen 20 Minuten später das Hauptdorf. Die Zeitmaschine hat uns ins Mittelalter gebeamt, doch das Staunen ist nicht nur auf unserer Seite. Kinder laufen den aufgescheuchten Hühnern gleichend herbei und nach und nach versammelt sich das ganze Dorf uns zu betrachten. Die anfängliche Scheu schwindet als man merkt, dass wir auch Lächeln können. Der Luftballon den ich aus der Tasche hole sorgt für Hochstimmung. Ein Holzverschlag wird für uns geöffnet und entpuppt sich als Laden. Wir kaufen einige Knabbereien und frische, aus Zuckerrohr selbst gemachte Bonbons, die wir zusammen mit den Kindern verzehren. Von den Frauen werden meine blauen Augen bestaunt und von den Männern unsere Pferde begutachtet. Obwohl ihre Größe verglichen mit Hannoveranern oder Arabern eher klein ist, sorgt ihre Statur doch für Bewunderung denn hier kennt man nur Ponys. Da wir noch ein gutes Stück Weg vor uns haben ziehen wir gegen 4:00 weiter. Wir passieren die Pflanzungen des Dorfes, dann wieder Dschungel. Als wir gegen 5:30 rechts vom Weg ein Rauschen wahrnehmen ist dies das Zeichen für die Schlafplatzsuche. Der kleine Fluss ist schnell gefunden. Mit der Machete wird der Lagerplatz hergerichtet. Die Pferde stürzen sich aufs frische Bambusgrün und wir uns, nachdem die Zelte stehen in die kühlen Fluten. Da der Bach nicht tief, aber dafür klar wie heimisches Filterwasser ist, helfen wir mit dem Kochgeschirr nach und so kommt jeder zur benötigten Duschwassermenge. Tuhn, unser Guide hat schon den Teekessel auf dem Feuer. Gemeinsam bereiten wir aus den Vorräten ein leckeres Dinner. Die Suppe verfeinern wir mit einer frisch geernteten Bananenblüte. Am Lagerfeuer sitzend besteigt mich ein Gefühl von Kleinheit und angenehmer Unwichtigkeit gemessen an der Mächtigkeit der uns umgebenden Natur. Wie wichtig wir uns und alles doch immer nehmen, in den Städten, in der von uns geschaffenen Enge, in dem was wir für Leben halten. Hier draußen im "Nichts" habe ich das Gefühl der absoluten Fülle, das Gefühl den Ursprung zu erahnen - Anfang und Ende immer gegenwärtig, Zukunft und Vergangenheit sich auflösend im Hier und Jetzt. Wenn es doch nur möglich wäre dieses Wissen, dieses Fühlen was ich hier so tief in mir spüre zu halten, es mitzunehmen in das was sonst unsere Welt ist - vieles wäre einfacher ... "
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